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Eine Ölpresse am Fuß eines Hügels — Gethsemane.

Ein Stück Land am Fuß des Ölbergs, wo Jesus vor seiner Verhaftung betete. Lesen Sie Markus 14,32 — und beachten Sie, dass einige der Olivenbäume per Radiokarbon auf über 900 Jahre datiert wurden.

Mark 14:32

Geben Sie „Garten Gethsemane" in Google Maps ein, und Sie landen bei 31,78°N, 35,24°E — am westlichen Fuß des Ölbergs, gleich gegenüber der Ostmauer der Jerusalemer Altstadt jenseits des Kidrontals. Das Stück Land ist klein. Rund 1 200 Quadratmeter umzäunte Fläche, bestanden mit acht alten Olivenbäumen. Der Vers aus Markus 14 nennt den Ort, und der Ort ist noch hier.

Ein Vers vor einer langen Nacht

Markus 14 schildert, was in mancher Hinsicht die dichteste Szene aus dem Leben Jesu ist. Nach dem letzten Abendmahl überquert er mit den Jüngern das Kidrontal und hält an einem Ort, den die Evangelien benennen.

Markus 14,32

"Und sie kamen zu einem Hof, der hieß Gethsemane. Und er sprach zu seinen Jüngern: Setzt euch hier, bis ich gebetet habe."

Das Griechische Gethsēmani ist eine Umschrift des aramäischen Gat ShemanimÖlpresse. Der Garten war ein arbeitender Landwirtschaftsort: Oliven aus den umliegenden Bäumen wurden hier gepresst, um das Öl zu gewinnen, das die Lampen brennen ließ und die Könige Jerusalems jenseits des Tals salbte. Der Ort, an dem der Vers spielt, ist der Ort, an dem Oliven Öl wurden. Das Bild läuft unter der Evangelienszene; das Ringen im Garten ist ein Mensch, der gepresst wird.

Was die Olivenbäume sind

Die acht alten Olivenbäume im modernen Geviert sind bemerkenswerte Exemplare. 2012 entnahm ein Team unter Leitung des italienischen Nationalen Forschungsrates Radiokarbonproben aus Stammabschnitten. Drei der acht ergaben Datierungen zwischen 1092 und 1198 n. Chr. Olivenbäume regenerieren sich jedoch unbegrenzt aus ihrem Wurzelsystem — ein sichtbarer Stamm kann 900 Jahre alt sein, während die Wurzelmasse weit weiter zurückreicht. Einige Forscher meinen, dieselben Wurzelsysteme könnten bereits im 1. Jahrhundert hier gewesen sein, auch wenn die oberirdische Rinde mittelalterlich ist. Die Jünger haben sich vielleicht nicht an dasselbe Holz gelehnt, aber an dieselben Bäume.

Die Gebäude ringsum

Die Kirche aller Nationen (auch Basilika der Todesangst) steht neben dem Garten, fertiggestellt 1924 über den Fundamenten zweier älterer Kirchen — einer byzantinischen (4. Jh.), einer kreuzfahrerzeitlichen (12. Jh.). Im Zentrum der Kirche liegt ein Felsabschnitt, der traditionell als der Stein gilt, auf dem Jesus betete. Die Mosaikfassade, entworfen von Giulio Bargellini, ist eines der meistfotografierten christlichen Bilder der Altstadt. Direkt südlich vervollständigen das kleine griechisch-orthodoxe Grab der Maria und die russisch-orthodoxe Maria-Magdalena-Kirche das Ensemble.

Wie der Ort überlebte

Der Ölberg ist seit mindestens dem 4. Jahrhundert die am beständigsten identifizierte christliche Stätte Jerusalems; damals beschrieben Konstantins Mutter Helena und die frühchristliche Pilgerin Egeria Besuche. Erwähnungen der Olivenbäume als Verehrungsobjekt reichen bis in die byzantinische Zeit zurück. Der heutige Bezirk geht auf die franziskanische Kustodie nach dem 14. Jahrhundert zurück. Durch alle Regimewechsel — byzantinisch, persisch, arabisch, kreuzfahrerzeitlich, mamlukisch, osmanisch, britisch, jordanisch, israelisch — blieb der Olivenhain ein Olivenhain. Der Vers verankerte ein Stück Boden, das niemand zu pflügen sich erlaubt fühlte.

Gethsemane heute

Man kommt hin, indem man durch das Löwentor aus der Altstadt absteigt oder vom Kidrontal aufsteigt. Der Garten ist einsehbar, aber nicht begehbar; die Bäume sind geschützt. Die Basilika ist täglich geöffnet, am Gründonnerstag wird die Stunde der Todesangst gehalten — Pilger halten Wache an dem Ort, den der Vers nennt. Markus 14,32 ist der einzige Vers im Neuen Testament, dessen Geographie sich auf wenige Quadratmeter genau über einem Zaun überprüfen lässt.

Der Vers nannte eine Presse. Die Bäume pressen noch. Der Boden hat sich nicht bewegt.
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